Ungereimtes Gedicht, der Autorin Minouche gewidmet.
Es gibt noch Fortsetzungen dieses Gedichtes - im Dialog mit Minouche und Ara.
Die ersten Teile wurden auch schon auf einer gemeinsamen Lesung mit Minouche abwechselnd vorgetragen
Als das Leben vorbei war
reichte es Dir die Hand
und zog Dich fest zu sich zurueck
Oder warst Du es, die zog?
Wer vor dem Verhungern steht
studiert keine Speisekarten
Auch Du nicht
Der Zug ratterte
unaufhoerlich
zumindest zog er
so fragtest Du nicht nach den Weichen
In den Bahnhoefen sahst Du Dein Spiegelbild
wieder und wieder
verschwommen in der Glasfassade
doch wie Du Konturen erahntest
setzte sich der Zug wieder in Bewegung
geblieben nur
die vage Erinnerung
an ein Flimmern
Warst das Du?
Dieser Bahnhof ist anders
Die Gleise enden
Wieder ein Blick in die Scheibe
Doch das Glas laengst zersprungen
In den Scherben
nur noch ein Flimmern
und Du ahnst;
Das bist DU...
Der Weg zurueck zu Fuss
zurueck zur letzten Weiche
er wird schwer
und Du denkst an die zwei Koffer
sie haben nicht einmal Rollen...
Liegen lassen wirst Du sie nicht
Doch wer weiss:
Vielleicht bringen sie die Balance
die Dir zu fehlen scheint
denn die Beine sind stark genug
Gerne ist man Passagier
doch gibt es Wege
die kein Rad je durchquert
Die Weiche
Ich bin sicher, Du wirst sie erreichen
Was Du einst aus dem Fenster geworfen hast
weit vom Gleis kann es nicht sein...
Beim naechsten Zug wirst Du es laengst wissen:
Entferne Dich nie zu weit von den Weichen!
Man muss sie wohl schon stellen
Doch der Zweck ist nicht
dass der Zug ankommt
sondern der Reisende
DIE Reisenden...
Als das Leben vorbei war
reichte es Dir die Hand
Ich hoffe, Du siehst:
Sie ist noch da!
Für Minouche
© DeGie