Lyrische Prosa, Gedanken über Leben und Tod.
Dieses ist ein Sequel zu "Weichen", das im Dialog mit der "Weichen"-Adressatin Minouche entstanden ist.
Reisen wir mit den Zügen, die uns von der Geburt in die ewigen Jagdgründe befördern und oft Jahrzehnte brauchen? Oder werden wir entführt? ... Weichen, es gibt nicht so viele, aber es gibt sie... Dazwischen alle Wege vorgestanzt... Erst wenn man angekommen ist, merkt man, daß der Weg das Ziel gewesen ist... Im Geschwindigkeitsrausch streben wir dem Morgen entgegen und werden erst zu spät merken, daß wir das einstige Morgen kaum mitbekommen haben... Der Windzug an der Nase läßt uns wissen, daß es kein Traum ist, doch wird es einst einer gewesen sein... Verschwommenes Blau... Viel ist davon am Wegesrand. Selten sehen wir es, wo wir doch immerzu nur nach vorne zu schauen versuchen... Der Weg zurück zur Weiche, das Aufspringen auf den nächsten Zug... Nur ein paar Momente zwischen Tag und Nacht... Sie bleiben... Wenn Du schräg in die Scheibe schaust, siehst Du ihr Spiegelbild...
© DeGie